Dies ist die liberale Seite in Helenes Welt. Für die hier zitierten Auszüge und Verweise wird keine Haftung übernommen. Diskussionsbeiträge sind willkommen.

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04 Januar 2008

Kinder und Staat

Grafik von Ko Htike.
Die Diskussion über härtere Bestrafung von Kindern in Deutschland - jugendliche ausländische Straftäter - schlägt hohe Wellen.
Wenn bedacht wird, wieviel die Kindermönche in Burma riskieren, indem sie friedlich protestierten, dann drängt sich die Frage auf, ob der Staat strafen darf.

Wenn zwei Jugendliche in der Münchener U-Bahn einen Rentner prügeln, ist dies verwerflich und wird als Aufhänger für eine immer wieder anschwellende Diskussion über härtere Strafen genommen.
Aber wollen wir wirklich eine Drillkultur wie in den USA, wo Kinder menschenrechtsverachtend mit Elektroschocks gequält werden, mit menschenrechtsverachtenden Arbeiten betraut und zu unhygienischen Handlungen gezwungen werden, damit ihr Wille gebrochen wird?
Nachzulesen in TV Hören und Sehen 2, 12-18.1.08.

Wie sagt das Sprichwort: Ein geschlagener Hund wird bissig!

Statt mehr Strafen und Verankerungen der Kinderrechte im Grundgesetz zu fordern, sollten wir uns um eine Erziehung von Kindern bemühen, die menschenwürdig, fördernd und freimachend ist.
5.1.08 Verteifend dazu: Joachim Kersten in der taz 5.1.08: Die Währung heißt Respekt.

28 November 2007

Bürgerjournalistenschule

Ohmynews International hat eine erste Bürgerjournalistenschule nahe Seoul am vergangenen Wochenende eröffnet.
Die ländlich gelegene Schule soll Neueinsteigern und Profis Grundlagen des Internetjournalismus nahebringen und auch NichtRegierungsorganisationensmitglieder oder Manager schulen.
Ein breit angelegter Ansatz des mit dem Medienpreis ausgezeichneten Gründers Oh Yeon-ho.
Ein weiterer Schritt in die Richtung Bürgerjournalismus zum Bollwerk der Demokratie und freien Meinungsäußerung zu machen.

20 April 2007

Pressefreiheit

Wenn wie hier entdeckt und sonst allerorten, z.B. auch hier veröffentlicht Fotos von Gewalt oder angedrohter Gewalt gezeigt werden, dann frage ich mich, ob die Presse sich freiwillig und wiederholt in den Dienst der Fanatiker stellt.
Zum Glück ist das Foto mit dem Blick direkt in die Mündung nicht mehr auf den ersten Seiten. Aber sollten einige Fotos einfach nicht gezeigt werden? Erreicht er Attentäter posthum das, was er im Leben ablehnte oder wo er dachte, dass er es nicht erhielt?
Im ersten Fall ist es doch wohl eine Geiselnahme eines Kindes noch nicht einmal im Teenageralter. Wo sind die Eltern, die es verbieten, wo sind die Behörden, die gegen diesen Unsinn einschreiten?
Wieso unterstützt die EU eine Regierung, die dies auf offener Straße zuläßt?

Auch hier soll an die Entführung des britischen Journalisten Alan Johnston, der von den Fanatikern als Botschaft mißbraucht wird. erinnert werden
Alan Johnston banner

20 März 2007

"Der Vorfall habe sich bereits am 27. Februar zugetragen und sei nur durch Zufall Ende vergangener Woche dem Polizeipräsidenten Dieter Glietsch bekannt geworden, schreibt das Blatt. Zeuge der Ausfälle war der Holocaust-Überlebende Isaak Behar, der vor der Klasse einen Vortrag gehalten hatte. Dem Polizeisprecher zufolge war Behar in dem Unterricht eine Stimmung entgegengeschlagen, die ihn "irritiert" habe.

Glietsch teilte am Montagabend in Berlin mit, er habe nach einem Gespräch mit Behar "den Eindruck gewonnen, dass in einer Diskussion über Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus Äußerungen einzelner Auszubildender gefallen sind, die auf nicht tolerierbare Fehleinstellungen schließen lassen". Er habe deshalb den Dienstvorgesetzten gebeten, den Vorgang umfassend aufzuklären."
so in DIE ZEITonline heute
  • Die Vorbereitung des Besuches eines Holocaust Überlebenden gehört sicherlich zu den sensibelsten Bereichen im Unterricht, an Polizeischulen erst Recht. Warum haben die Ausbilder so versagt?
    In einer sich wandelnden Gesellschaft mit hohen Anteilen anderer Ethnien ist von den Ordnungshüter Einfühlungsvermögen gefragt, statt Vorurteile und Feindbilder zu zementieren.
    Eine Auseinandersetzung mit unserer Geschichte verlangt von uns allen Anstrengung.
    Was die Deutschen den Juden im Holocaust angetan haben ist weit mehr, als wir sehen wollen. Die einen haben wir umgebracht, den Überlebenden und Nachkommen aber, haben wir ein Stück ihrer Identität genommen, ihre Familiengeschichten zerschnitten oder ausgelöscht. Das sollten wir bedenken.

08 März 2007

Internationaler Frauentag * International Womens Day

  • Spiegel online Ressort Wirtschaft berichtet von einer aktuellen EU Studie. Danach gilt für Frauen in Deutschland immer noch KKK wie in den 50er Jahren. Da kann nur auf Ursula von der Leyen gehofft werden und dass sie sich gegen die Männerriege durchsetzt.
  • Frauen in Spitzenpositionen: Deutschland auf Platz 21. Lettland, Litauen, Frankreich, Großbritannien und Estland führen.
  • Mütter im Beruf: Deutschland vor Italien, Malta, Tschechien und Ungarn.
    In Litauen arbeiten sogar prozentual mehr Mütter als Frauen ohne Kinder.
  • teilzeitarbeitende Frauen: 46%
  • Unterschiede in der Bezahlung: 22% weniger als Männer, siehe auch www.frauenlohnspiegel.de Hier liegen wir abgeschlagen auf Platz 22 vor Estland, der Slowakei und Zypern.
  • Darauf verweist auch faznet im Artikel zum Weltfrauentag, während die Süddeutsche sich individuellen Frauenschicksalen und Karrieren widmet: Maria Furthwängler, Sophie Scholl, Katherine Graham, Hildegard Hamm-Brücher und Heilige Helena.


  • Das sind ja die richtigen Nachrichten zum internationalen Frauentag. Und das mitten aus Europa. Aus dem Land, in dem der Augsburger Bischof berufstätige Frauen zu Gebärmaschinen degradiert.
  • In einem Staat, der 1866 einen Verein zur Förderung der Frauenarbeit gründete, ist das Erreichte beschähmend. Die Entwicklung zeigt aber auch, dass es wohl nur symbolische Politik war.
  • Wenn der SPD Vorsitzende die Pläne der CDU für einen Luftballon hält, instrumentalisiert er die Familienpolitik für die eigene Karriere.
  • Die Frage, die einige in der Union stellen, ob langfristig so viele Krippenplätze benötigt werden, lässt sich mit den Geburtenraten nicht beantworten. Wenn die Versorgungssituation verbessert wird, werden sich mehr Frauen für Kinder entscheiden. Warum sonst gründen sie private Krippen, suchen sie Zuflucht bei Tagesmüttern? Aber bitte, wenn sie geschaffen werden, bitte nicht mit unsinnigen bürokratischen und baulichen Veränderungen:
    • keine Kleinstkinderklos,
    • keine bis unter die Decke gekachelten Wickelbereiche.
  • Von anderen Mitgliedern der EU kann hier gelernt werden.
  • Zu hoffen ist, dass wir uns nicht auf die Verehrung unserer Heldinnen zurückziehen. Die Familienministerin ist im übrigen auch eine: sieben Kinder, Medizinstudium, politische Karriere. Sie hat sich nicht an die drei Ks verschwendet und möchte erreichen, dass andere Frauen es auch nicht tun müssen. Aber Heldinnenverhrung wäre symbolische Politik, handeln ist angesagt.
  • In diesem Sinne allen einen erkenntnisreichen Frauentag.

12 Dezember 2006

Bloggen

"America's Oldest Blogger
Ray White, 93, a genial homespun philosopher with a passion for tomatoes.He's only a year behind the world's oldest blogger, Allan Loof, of Norrkoping, Sweden, whom we discovered last week.She could be Millie Garfield,81, a lively octogenarian blogger in Portland, Massachusetts."
So zu lesen in Ohmynews international von heute.
  • Wer sagt, dass bloggen nur für junge Leute interessant ist?
    Die ältesten Blogger der Welt sind in den 90ern oder 80ern und tauschen sich in der internationalen Familie wie auf einem Familientreffen aus. Das bringt Vorteile für sie, denn es hält jung und ist gut gegen die Einsamkeit. Und Erfahrungen für die Jugend, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen.
  • Virtuelle Familien können entstehen und einen Austausch pflegen. Geistige Verwandschaften können so über Entfernungen hinweg gepflegt werden. Wieder ein Vorteil des Internet.

22 November 2006

Nach Emsdetten

"Wir haben die falschen Lehrer"

Wieder überfällt ein Jugendlicher eine Schule und tötet sich selbst, nachdem er Lehrer und Mitschüler verletzt hat. Für den Hannoveraner Pädagogen Wolfgang Bergmann ist Emsdetten keine Überraschung. Die größten Probleme sieht er an den Schulen selbst.
http://www.zeit.de/online/2006/47/Interview-Bergmann


  • Den im Artikel geäußerten Hinweisen und Denkanstößen kann nur beigepflichtet werden. Gerade die sensiblen Schüler und auch Schülerinnen sind immer wieder Opfer von Ausgrenzung, Mobbing und körperlicher Gewalt.
    Wenn ein beamteter Lehrer die Schüler zu vielfachen Bewerbungen auffordert, ist dies zwar sachlich die richtige Empfehlung, hört sich in den Ohren der Betroffenen wie blanker Hohn an.
    Das Bildungssystem umzubauen und Handwerker hineinzulassen, gibt es an einigen Bildungsstandorten schon, so in der Montessori Schule Landau, die hierfür mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet wurde. (nebenan einfach anklicken!)